Infos für Väter

Vaterschaft verändert

Auch für Sie als Vater hat sich mit dem Warten auf das Baby vieles verändert. Viele Gedanken haben sich um das Baby gedreht, meist waren es Vorfreude, Hoffnungen, manchmal aber auch Bedenken und Sorgen. Mit unrealistischen Erwartungen z.B. darüber wie das Zusammenleben mit dem Baby sein wird und festen Vorstellungen von ihrem Kind, setzen sich Väter und Mütter oft selbst unter Druck.

Vielen werdenden Vätern fehlen Vorbilder für die neue Rolle. Mit ihren eigenen Vätern konnten sie, in Hinblick auf die veränderte Situation, vielleicht nicht über Verantwortung und Probleme oder auch Glück und Freude sprechen.

Lassen Sie sich auf die neue Situation ein und reden Sie mit Freunden und Verwandten, die bereits Väter sind. Lesen Sie ein Buch für Väter oder informieren Sie sich hier im Internet tiefergehend. Professionelle Beratung kann ebenfalls helfen.

Ab Beginn der Vaterschaft gilt es für Sie, das Baby kennen zu lernen und sich auf seine Bedürfnisse einzustellen.

Wie lernen Sie Ihr Baby kennen?
  • Beobachten Sie Ihr Baby
  • Lernen Sie seine Reaktionen kennen
  • Versuchen Sie seine Signale zu verstehen
  • Reden Sie mit Ihrem Baby und beschreiben Sie Ihrem Baby, was Sie mit ihm tun, z.B. beim Wickeln und Füttern
  • Geben Sie ein Echo auf die Signale Ihres Baby, z.B. lächeln Sie zurück
  • Machen Sie Ihr Baby auf seine Umwelt aufmerksam und lassen Sie ihm Zeit, selbst etwas zu entdecken
  • Beruhigen Sie Ihr Baby, wenn es sich nicht wohl fühlt, z.B. mit Streicheln, Wiegen oder einem Lied

… Ihr Baby wird Sie noch auf viele andere Ideen bringen.

Wenn der Alltag sich nicht einstellen will –
wie helfen Sie Ihrer Partnerin

Oft fühlen sich Frauen in der ersten Zeit nach der Geburt eines Babys überfordert. Mütter die nun nicht alleine zu recht kommen, obwohl das doch jetzt die glücklichste Zeit in ihrem Leben sein sollte, schämen sie sich häufig. Der Partner kann diese Gefühle oft nicht verstehen. Vielleicht kennt er seine Partnerin so nicht. Gutes Zureden und Versuche zu helfen führen nicht immer zu einer Lösung.

Der Vater ist ratlos.

Wenn ein Stimmungstief nach der Geburt länger als 10 Tage anhält

Hinter solchen Gedanken und Gefühlen Ihrer Partnerin können sich auch seelische Krankheiten verbergen, wie z.B. eine postpartale Depression oder eine Angsterkrankung.

Frühsymptome für den Beginn einer seelischen Erkrankung können sein, wenn Ihre Partnerin:

  • sich nicht mehr freuen kann
  • Angst und Sorgen um das Baby keinen Platz für liebevolle Gefühle und Freude am Baby lassen
  • keinen erholsamen Schlaf mehr findet
  • sich ständig erschöpft fühlt
  • häufig gereizt oder misstrauisch ist
  • sich ständig zurückzieht
  • unruhig ist und wie getrieben wirkt
  • unrealistische oder belastende Gedanken hat
  • häufig überschwängliche Gefühle zeigt

Psychische Erkrankungen nach der Geburt sind nicht selten, aber …
„darüber spricht man nicht“.

Psychische Erkrankungen sind gut zu behandelnde Erkrankungen, die mit körperlichen Vorgängen zusammen hängen. Je schneller sie behandelt werden, desto mehr Zeit gewinnen Mutter und Kind füreinander.

Was können Sie für Ihre Partnerin tun?

  • Entlasten Sie sie bei der Versorgung des Babys
  • Helfen Sie ihr, Schlaf zu finden
  • Holen Sie Unterstützung ins Haus, wenn Sie nicht da sein können
  • Machen Sie sich kundig
  • Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme über die Veränderungen, die Sie bei Ihrer Partnerin bemerkt haben
  • Sprechen Sie mit ihrer Familie und Freunden. Viele kennen psychische Probleme aus eigener Erfahrung
  • Reden Sie mit Ihrem Hausarzt über das veränderte Verhalten Ihrer Partnerin
  • Lassen Sie sich einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie empfehlen, der Sie berät
  • Überzeugen Sie Ihre Partnerin, auch wenn sie anderer Meinung ist, dass sie für sich und das Baby das Beste tut, wenn sie fachliche Hilfe annimmt
Wenn Ihre Partnerin nicht mehr Leben möchte:
  • Nehmen Sie es ernst, wenn Ihre Partnerin Gedanken äußert, sich etwas antun zu wollen
  • Suchen Sie so rasch wie möglich fachliche Hilfe auf
Wenn es dem Vater selbst nicht gut geht.

Die Anforderungen einer Vaterschaft können auch bei Vätern zu psychischen Problemen führen. Wenn Sie feststellen, dass Sie selbst unter psychischen Symptomen wie Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und unter Erschöpfung leiden, schämen Sie sich nicht. Reden Sie darüber und holen sich die Hilfe, die Sie brauchen.